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„Reisekrankheiten“
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Leishmaniose
-
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Hautläsionen
bei ausgebrochener Leishmaniose
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Häufige
Fragen
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Ist
eine direkte Ansteckung möglich?
Leishmanien
sind weder im Speichel, noch im Blut zu finden. Sie
sind vorhanden in Hautläsionen und Lymphgefäßen.
Eine
Schürfwunde, in die Lymphe eines infizierten Hundes
gelangt ist ein Risiko, jedoch ist die
Wahrscheinlichkeit derartig gering, dass sie eher
auf einen sprichwörtlichen 6-er im Lotto hoffen dürfen.
Es
gibt keinerlei Übertragungsmöglichkeit über
Hundespeichel, sprich Bißverletzungen! Was
erwähnenswert ist: auf Grund der hohen Rate
infizierter Sandmücken, die ja Menschen wie Tiere
gleichermaßen stechen – ist die
Durchseuchungsrate der Menschen in den betroffenen
Gebieten vermutlich genauso hoch, wie die der Hunde
– nur dass niemand auf die Idee kommt,
Urlaubsreisende zu einem Bluttest zu bitten (das
Resultat wäre allerdings aus wissenschaftlicher
Sicht sicherlich sehr interessant). Warum
keiner darüber nachdenkt? Eine
Leishmanioseinfektion bleibt bei einem adulten
Menschen i.d.R. inapparent. Lediglich Kleinkinder
und immunschwache Menschen (HIV-infizierte) sind
potentiell gefährdet. Bricht die Leishmaniose beim Menschen aus, ist sie
mit Glucantime auszuheilen – warum dies geht, und
mit den gleichen Medikamenten beim Hund nicht der
Fall ist, können wir nicht beantworten.
.
Wie
steckt man sich dann überhaupt an?
Immer
noch ist der einzig nachgewiesene Weg die Infektion
über die Sandmücke als Vektor (also Überträger),
sprich ohne Sandmücke keine Infektion. Die
Gefahr, dass ihr Kleinkind bei einer Urlaubsreise
von einer infizierten Sandmücke, die z.B. in
Spanien in Massen auftreten gestochen wird ist um
ein vielfaches höher als irgendwo anders.
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Gibt
es Sandmücken in Deutschland?
Die
gibt es, Parasitologen haben vereinzelte Exemplare
hier gefunden, jedoch sind dies Unterarten, bei
denen eine Leishmanien-Übertragung nicht
nachgewiesen ist. Diese Arten als potentielle
Überträger zu betrachten ist dem derzeitigen Stand
der Wissenschaft nach reine Spekulation.
(Das
Übergreifen der Sandmücken auf nördliche Lebensräume
ist im übrigen ein Problem der globalen Erwärmung…und
daran ist kein Tierschützer und schon gar kein Hund schuld
– auch wenn dies irrtümlicherweise in manchen
Texten glaubhaft gemacht werden möchte!)
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Weitere
Informationen:
Infoblatt-Leishmaniose
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Allopurinol
– Medikament 1. Wahl
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Allopurinol
– Medikament 1. Wahl
Wirkung
auf Leishmanien
Störungen
der Proteinsynthese der Leishmanien führt zu
einer deutlichen Beeinträchtigung der
Parasitenvermehrung.
Eine Resistenzentwicklung bei Leishmanien gegen
Allopurinol ist nicht bekannt
Warum
Allopurinol
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Gut
verträgliche Alternative zu den (weniger gut
verträglichen) Antimonpräparaten (Glucamin und
Pentostam)
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Nebenwirkungen
sind beim Hund selten
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orale
Verabreichung möglich
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niedrige
Therapiekosten
Dosierung
/ Anwendung
Zunächst
einige Wochen lang tägliche Applikation in Dosen
von 20 mg/kg p.o. danach 10 mg/kg 1 x täglich.
In
Kombination mit N-Methylglucamin bessere Resultate
und eine kürzere Behandlungsdauer als
N-Methylglucamin allein.
Rezidive
nach jahrelanger Allopurinolverabreichung möglich.
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Gefährlicher
Trugschluß: negativer Test =
„Freifahrtsschein“
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Hunde,
welche aus Spanien oder einem anderen gefährdeten
Mittelmeer-Land einreisen, und über 6
Monate alt sind, werden vor Ort bereits
einem Bluttest auf Leishmaniose-Antikörper
unterzogen.
Bei
jüngeren Hunden ist dies i.d.R. nicht
sinnvoll, da auf Grund der langsamen
Immunantwort Antikörper noch nicht
nachweisbar sind (außer es handelt
sich um eine transplazentare Infektion è
selten).
Egal wie der Test ausfällt, sie werden im
Vorfeld einer Vermittlung über das
Ergebnis informiert. Um
jede Wahrscheinlichkeit einer Infektion
auszuschließen – denn auch die
Labortest sind nicht 100% sicher, zudem
gibt es die Möglichkeit, dass der Hund
sich zwar infiziert hat, aber zum
Zeitpunkt des Testes noch keine Antikörper
gebildet wurden – empfehlen wir generell
einen Labortest in Deutschland, ca. 6
Monate nach der Einreise – bei jungen,
ungetesteten Welpen ist dies
obligatorisch. Ebenso
müssen Hunde, die dubios getestet wurden
(d.h. Antikörper in geringer Anzahl lagen
vor) in jedem Fall zur Kontrolle noch
mindestens einmal nachgetestet werden. Der
Test zum Zeitpunkt der Vermittlung kann
nur eine Momentaufnahme darstellen –
niemand kann für einen, zum
Zeitpunkt der Vermittlung negativ
getesteten Hund, eine Garantie auf 100%
Nicht- Erkrankung übernehmen.
.....
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Tierschutzorganisationen,
die damit werben nur negative (=
in jedem Fall gesunde, sprich „leishmaniosefreie“
Hunde) zu vermitteln können dies
nur dann gesichert nachweisen,
wenn alle Hunde, zusätzlich zu
einem wiederholten (!!)
Blut-AK-Titer-Test ein Lymph- oder
Knochenmarkspunktat ebenfalls
keine positiven Ergebnisse
brachte.)
Hinterfragen
Sie!!!!!
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Ein
negativer Test heißt lediglich: zu diesem
Zeitpunkt konnten im Blut keine Antikörper
nachgewiesen werden. Etwas anderes zu
behaupten ist grob fahrlässig.
Ein
Hund, der jemals in seinem Leben ein Land
mit epidemischem Sandmückenvorkommen
betreten hat ist stets als potentiell gefährdet
zu betrachten – dass soll ganz sicher
keine Angst machen, sondern verhindern,
dass ein Hund jahrelang fehltherapiert
wird, weil a) niemand mehr an die
Leishmaniose denkt („er hatte ja einen
negativen Test“) oder b) die Möglichkeit
gar nicht in Betracht gezogen wird („Ja,
wir waren vor 5 Jahren mit unserem Hund in
Spanien im Urlaub….aber da kann doch
nach so langer Zeit nichts passieren!“)
Bei
unklaren Krankheitssymptomen jeglicher
Art, informieren sie ihren Tierarzt, dass
ihr Hund aus einem südlichen Land stammt
bzw. dort mit ihnen einen Urlaub verbracht
hat, ganz gleich wie lange dies zurückliegt!
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Wir haben nur die Möglichkeit die Tiere
bis zur Angabe nach besten Wissen und
Gewissen jede medizinischen Versorgung
zukommen zu lassen, die von Nöten ist um
Krankheiten vorzubeugen (Impfungen,
Entwurmungen,…), Krankheiten zu erkennen
(regelmäßige Vorstellung beim Tierarzt,
Leishmaniose-Test) und zu behandeln (im
jedem auftretenden Krankheitsfall stets
mit Tierärzten vor Ort oder hier in
Deutschland)
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Babesiose
(= Piroplasmose)
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Ehrlichiose
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Dirofilariose
(= Herzwürmer)

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Hepatozoonose

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Weitere
parasitäre Erkrankungen
Borreliose
Ein
Bericht von Margrit Boelhauve, Recklinghausen,
Cairn
Terrier Zwinger Opportune Mate´s (VDH/KfT)
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Erreger
der Borreliose ist Borrelia Burgdorferi, ein Bakterium. Dieses
Bakterium wird durch infizierte Zecken übertragen.
Diese Zecke ist der "gemeiner Holzbock" (Ixodes
ricinus), eine Zecke, die auch in Deutschland vorkommt.
Daneben noch in Mittel-, Ost- und Nordeuropa, aber auch in
Nordamerika und Australien. Die Zecken halten sich in Bodennähe
bis ca. 80 cm Höhe auf, und nicht (wie meist berichtet) auf Bäumen.
In Deutschland tragen ca.30% dieser Zeckenart den
Borreliose-Erreger in sich. Durch
Ixodes ricinus kann aber auch FSME (Frühsommer-
Meningoencephalitis) in Deutschland übertragen werden (nur in
bestimmten Regionen und die Zecken sind nicht so hoch
infiziert, wie bei Borreliose. Karten mit FSME gefährdeten
Gebieten erhalten sie bei Ihrem Arzt oder Tierarzt). Die
Zecke hat einen typischen Lebensraum: Sie kommt vor allem in
hohen Gräsern, lichten Wäldern und Büschen vor (sie sitzen
dort auf Zweigen und Blättern). Zecken werden durch
Vorbeistreifen an diesen Blättern/Zweigen auf die
Kleidung/Haut/Fell befördert, sie fallen nicht vom Himmel (Bäumen).
Die Übertragung von Borrelien ist durch infizierte Zecken vor
allem im Frühjahr und Herbst möglich. Hunde und Menschen können an Borreliose erkranken (aber auch
andere Tierarten). Wenn die Zecke in den ersten 24 Stunden
nach Biß entdeckt und entfernt wurde (d.h. sie war noch nicht
vollgesogen, sondern noch relativ klein), ist die
Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung mit Borreliose-Erregern
relativ unwahrscheinlich. Es ist keine direkte Übertragung
zwischen Hund und Hund, Mensch und Mensch, Hund und Mensch möglich.
Als
klinisches Bild ist meist eine Rötung um die Bißstelle in
den ersten 1-3 Wochen beim Menschen sichtbar, beim Hund sind
diese nicht beschrieben worden (oder auch nicht gesehen worden
wegen pigmentierter Haut). Borreliose verursacht vor allem
eine Erkrankung der Gelenke, des Nervensystem und des Herzens,
es können aber auch Haut, Muskeln, Bänder betroffen sein
(Hund und Mensch). In der ersten Phase der Erkrankung stehen meist nur Müdigkeit,
Unwohlsein und ähnliche unspezifische Symptome im
Vordergrund. Nervensymptome können nach ca. 2 Wochen bis 3
Monate auftreten, das Spätstadium kann Monate bis Jahre
dauern (v.a. Mensch, hier meist Gelenkserkrankung). Der
Zeckenbefall wird meist nicht in Zusammenhang mit der späteren
Erkrankung gebracht, da der Biß schon länger zurückliegt
und dadurch vergessen wurde. Dies ist vor allem problematisch,
wenn der Biß vom Mensch nicht bemerkt wird.
Beim Menschen zeigt sich die Erkrankung meist in der Frühphase
durch die besagte Rötung um die Bißstelle (Bitte Arzt
konsultieren), Fieber, Kopfschmerzen und Nachtschweiß. In der
späteren Phase kann es zu Lymphschwellung, Gesichtslähmung,
Arthritis und Herzmuskelentzündung kommen. In der Spätphase
herrscht meist eine chronische Arthritis und eine Knochenentzündung
vor.
Diese Symptome können aber auch durch andere Ursachen bedingt
sein, also bitte vom Hausarzt/Tierarzt genauer untersuchen
lassen. Als
Risikogruppe gelten Menschen, die viel im Freien sind (Jäger,
Waldarbeiter, Spaziergänger, aber auch Kinder, die im Wald
spielen).
Hunde, die gerne im Wald toben und dabei viel durch hohes Gras
oder Büsche laufen, sind auch gefährdet. Die
erste Diagnose kann anhand der Symptome und dem Zeckenbiß
gestellt werden (Biß kann auch länger zurückliegen), der
Arzt/Tierarzt wird eine Blutprobe an ein Speziallabor
schicken, die auf Borreliose untersuchen (Erreger und Antikörpernachweis).
Bei frühzeitiger Erkennung kann eine Antibiotikagabe die
Erkrankung heilen, ohne das bleibende Schäden zurück
bleiben. Bei schon längerer Erkrankung kann eine Behandlung
nur noch einer weiteren Verschlechterung der Symptome
vorbeugen, Heilung ist i.d.R. nicht mehr möglich. Nach
Erkrankung wird keine Immunität für längere Zeit aufgebaut,
d.h. Ihr Hund ist im nächsten Frühjahr/Herbst wieder für
Borreliose empfänglich (Mensch ebenso)! Deshalb
sollten Sie der Prophylaxe besonderen Wert zuordnen:
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Tragen
Sie bei Spaziergängen in Waldgebieten geschlossene
Kleidung, also lange
Kleidungsstücke, ein Hut nützt nichts gegen
Zeckenbefall!
-
Einpudern
oder Ähnliches (Zedernöl) verhindern kaum den
Zeckenbefall.
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Hund
und sich selber genau untersuchen nach jedem
Waldspaziergang, Zecken mit Zangen (vom Tierarzt oder aus
der Apotheke) nach Anleitung entfernen, Sie brauchen die
Zecke dabei in keine bestimmte Richtung herausdrehen
(Zecken haben kein Gewinde).
-
Bitte
kein Öl benutzen, da die Zecken sich wegen Luftmangel in
die Wunde "erbrechen"!
Hund vor dem Frühjahr impfen lassen, hierzu fragen Sie am
besten Ihre(n) Tierärztin/Tierarzt um Rat.
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Giardiose
Ein
Bericht von SOS animal mallorca,
www.sos-animal.com
Jeder
Hunde- oder Katzenbesitzer kennt die Bedeutung von
Darmparasiten und führt in regelmäßigen Abständen eine
Entwurmungsbehandlung durch. Die geeignete Wurmkur befreit die
Tiere von den Band-, Spul- und Hakenwürmern. Diese
Behandlungen sind wichtig - gehören doch die Erkrankungen an
Darmparasiten zu den Zoonosen, den von Tieren auf den Menschen
übertragbaren erregerbedingten Krankheiten.
Bei dieser Entwurmung wird aber meist ein Darmparasit
vergessen, der besonders im Süden Europas häufig vorkommt.
Es handelt sich hierbei um Giardien, kleine Flagelaten
(einzellige Geiseltierchen). Die Infektion kann bei jedem
Spaziergang durch orale Aufnahme von Zysten die sich im Kot
fremder Hunde befinden erfolgen. Diese Giardiazysten sind sehr
resistent, sie überleben Monate bei Kälte und Feuchtigkeit,
selbst chloriertes Trinkwasser überstehen. Nach der oralen
Aufnahme haften sich an der Darmschleimhauft fest und schädigen
die Enzymaktivität und damit die Nahrungsresorption. Sie
vermehren sich durch Längsteilung und können ihre Zahl
innerhalb von wenigen Stunden verdoppeln
Die Giardiose, die Erkrankungen durch den Befall von Giardien,
gilt als die häufigste Darmparasitose in den westlichen
Industrieländern. Während man bei einer optimalen,
hygienischen Tierhaltung in Deutschland von einem Befall von
ca 10% aller Hunde und Katzen ausgeht, ist die Infektionsrate
bei gleich günstigen Bedingung im Süden erheblich höher.
Bei Tieren die aus Tierheimen oder den staatlichen
Tierauffangstationen stammen muß sogar von einer
Infektionsrate von nahezu 100% ausgegangen werden.
Bei ausgewachsenen, gesunden Tieren bleibt der Befall meist
symptomfrei. Das Tier ist aber permanenter Ausscheider und
damit Infektionsquelle für Mensch und Tier. Bei starkem
Befall und besonders bei Welpen und Junghunden treten
Beschwerden wie andauernder, meist hell pastösem Durchfall,
oft mit schleimigen Beimengungen auf. In der besonders starken
Form können auch blutige Kotbeimengungen und Erbrechen
auftreten. Chronische Fälle zeichnen sich durch Abmagerung
und struppiges Fell aus.
Meistens sind es jedoch wiederkehrende Durchfallschübe mit
Schleimbestandteilen die dem aufmerksamen Tierbesitzer
auffallen. Durch die gestörte Fettverdauung ist der Kot meist
hellbraun gefärbt
Laut einer Studie der WHO gilt die Giardiose als der häufigste
Darmparasit des Menschen. Allerdings wurde in dieser Studie
keine Übertragung von dem Hund auf den Menschen nachgewiesen.
Die einzig sichergestellte Infektion erfolgte im umgekehrten
Fall, also von dem Menschen auf den Hund.
Trotzdem muß man von dem Hund und der Katze als
Infektionsquelle ausgehen
Wie bei den Tieren gilt auch für den Menschen, daß
erwachsene Menschen bei vorliegenden Giardieninfektion keine
Beschwerden zeigen, während die Giardiose bei Kindern zu
schweren Durchfallerkrankungen führen kann. In den
Entwicklungsländern erfolgt die Infektion häufig durch
verunreinigtes Trinkwasser
Sind bei Hund oder die Katze die genannten Symptome zu
beobachten, sollte eine möglichst frischen Kotprobe auf
Vorkommen dieser Parasiten untersucht werden. Diese
Kotuntersuchung kann von jedem Tierarzt durchgeführt werden.
Wenn Giardien im Kot nachgewiesen werden konnten, werden diese
mit einer medikamentellen Therapie über mehrere Tage
eliminiert. In schweren Fällen sollten durch begleitende
Behandlungen der Flüssigkeits- und Mineralienverlust
kompensiert werden.
Bei Tieren aus Tierheimen wie jedem Neuzugang sollte darauf
geachtet werden, daß die Behandlung auf Endoparasiten eben
diese Giardien mit bekämpfen. Bei Haltung von Hunden in
Zwingern ist auf größtmögliche Hygiene und regelmäßiger
Desinfektion zu geachtet.
Hier auf Mallorca sollte auch bei gesunden, symptomfreien
Tieren bei der im Regelfall zweimal im Jahr durchgeführten
Wurmkur mindesten einmal auf eine Therapie zurückgegriffen
werden die diese Parasiten ebenfalls abdeckt.
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Virale
Infektionskrankheiten
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Staupe

Muskulatur
& Sehen durch die Krankheit geschwächt, Kopfschiefhalten
und Ataxie sind Folgen der nervösen Form
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canine
Parvovirose

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Fressunlust
ist das erste Warnzeichen bei kleinen Welpen. Dauertropf und
frühzeitige
Medikamentengabe
können lebensrettend sein.
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„Zwingerhusten"

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Tollwut
Ein
Bericht von Margrit Boelhauve, Recklinghausen,
Cairn
Terrier Zwinger Opportune Mate´s (VDH/KfT)
...
Die
Tollwut gehört zu den am längsten bekannten
Infektionskrankheiten. Diese wird schon 2.300 v. Chr. erstmals
erwähnt. 1804 wurde erstmals die Infektiosität des Speichels
nachgewiesen, erst ab 1885 konnte Pasteur eine Schutzimpfung
entwickeln. Von der Tollwut können alle Säugetiere befallen
werden, aber auch Fledermäuse. Es sterben auch Menschen (auch
ein Säugetier) an Tollwut, dies ist in den letzten
Jahrzehnten in den Industrieländern deutlich zurück
gegangen, aber vor allem in ärmeren Ländern sterben auch
heute noch Menschen an der Tollwut. Früher war der Überträger
vor allem der Hund, heute wird fast nur durch infizierte Füchse
(Rotfüchse) und andere wildlebende Tiere in Deutschland das
Virus übertragen. Tierkadaver können bis zu 90 Tagen das
Virus beherbergen. In der freien Umwelt ist es aber meist nach
wenigen Tagen zerstört. Tollwut ist eine weltweit vorkommende
Zoonose (Erkrankung bei Mensch und Tier möglich). Die
Übertragung erfolgt durch infizierte Tiere (Menschen) mittels
Biß mit hoch infiziertem (virushaltigem) Speichel, der mit in
die Wunde gelangt oder durch infizierte Tiersekrete, aber auch
durch Kratzen und Lecken ist eine Übertragung möglich. Eine
Ansteckung des Menschen ist auch vor einem sichtbaren Ausbruch
beim Tier möglich. Das Virus lagert sich vor allem an
Nervenzellen und -bahnen an und gelangt so ins Zentrale
Nervensystem (ZNS), dabei vermehrt es sich ständig. Bei einem
Biß ins Gesicht kann das Virus sehr schnell ins Gehirn
gelangen, da für die Zeitspanne zwischen Infektion und
Ausbruch der Tollwut die Entfernung vom ZNS wichtig ist, d.h.
bei einem Biß ins Hinterbein dauert es länger, als bei einem
Biß ins Gesicht. Als erstes klinisches Zeichen ist nach ca.
drei Wochen bis drei Monaten eine Rötung um die Bißstelle
sichtbar. Allgemeine und spezifische Beschwerden treten auf,
wie z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber.
Gefolgt von Unruhe, Muskelspasmen und Krämpfen bis zum
Herzstillstand. Und da das Großhirn nicht infiziert wird,
erfolgen die Krämpfe bei vollem Bewußtsein! Kurz vor dem Tod
ist die Angst, Wasser zu trinken (Hydrophobie), aber auch
Angst vor Licht erkennbar. Die klinische Phase dauert beim
Menschen 2-6 Tage. Jede Tollwutinfektion in dieser Phase ist tödlich!
Es werden bei der Tollwut
drei Phasen unterschieden. Als erste Phase gilt das
Prodomalstadium, in dem meist übersehbare Änderungen des
Verhaltens auftreten. Wildtiere zeigen keine Scheu vor
Menschen mehr oder Tiere verkriechen sich. In dieser Phase können
schon Überproduktion von Speichel und Schluckbeschwerden
auftreten. Diese Phase dauert wenige Stunden bis zu vier
Tagen. Die zweite Phase ist die Exzitationsphase. Hier treten
die "typischen" Tollwutsymptome wie Aggressivität
mit Beißsucht ohne erkennbare Ursache, Übererregung, Unruhe
("Rasende Wut") auf. Kann bis zu vier Tagen dauern.
Die letzte Phase ist das Paralysestadium. Dies ist durch Lähmungen
gekennzeichnet. Kehlkopflähmungen lassen die Stimme heiser
erscheinen und das Gesicht bekommt einen
"verschlagenen" Ausdruck. Tod tritt nach 3-4 Tagen
ein. Beim Hund kann aber auch die "stille" Wut
vorkommen, bei der das Erregungsstadium fehlt und nur Lähmungserscheinungen
sichtbar sind. Diese Erscheinungen können auch durch andere
Ursachen bedingt sein, es muß nicht immer Tollwut sein. Um
einer möglichen Infektion zu entgehen, sollte man Kontakt mit
toten Tieren oder verdächtigen Tieren meiden. Nach einem Biß
sollte man selber einen Arzt aufsuchen und Wunde reinigen
lassen, wenn möglich das beißende Tier einfangen oder töten.
Es darf bei Verdacht auf Tollwut für zwölf Monate kein Blut
gespendet werden (!). Bei Verdacht auf Tollwut ist beim
Menschen eine Impfung nach dem Biß noch möglich und auch
notwendig. Bei Personen mit hohem Risiko, wie Tierärzten, Jägern,
Laborpersonal wird eine Impfung empfohlen. Beim Tier ist jeder
Heilversuch verboten! Verdächtige Tiere müssen eingeschläfert
werden! Deshalb, impfen sie Ihren Hund jährlich gegen die
Tollwut, auch den alten Hund, bei dem gerne die Impfung als
unnötig erachtet wird (Man hat ja schon in der Jugend
geimpft). Dies ist allerdings Quatsch, da auch der alte Hund
an Tollwut erkranken kann, wenn kein Impfschutz mehr besteht.
Vorbeugend
kann aber Folgendes beachtet werden:
- Lassen Sie ihren Hund impfen jedes Jahr.
- Keine Wildtiere anfassen, vor allem, wenn sie ohne
ersichtlichen
Grund zahm erscheinen.
- Bißwunden desinfizieren lassen
- Wenn Biß von einem Hund, Impfausweis des Hundes vom
Besitzers verlangen, bei nicht geimpftem Hund muß das
Tier
zur Beobachtung!
Tollwut
kann auch bei anderen Tierarten vorkommen:
Bei der Katze dominiert die rasende Wut, diese ist sichtbar an
den gleichen Symptomen wie beim Hund. Beim Reh ist ein
sicheres Anzeichen für Tollwut der Angriff auf Menschen
(untypisches Verhalten), aber auch Anrennen gegen Bäume kommt
vor. Lähmungserscheinungen sind häufig sichtbar. Bei
Wildtieren allgemein ist eine gesteigerte Aggressivität und
erhöhter Speichelfluß sichtbar, Füchse sind meist in
bewohnten Gegenden auffindbar und beißwütig. Füchse werden
heute mit Köder, in denen Impfstoff enthalten ist,
immunisiert. Diese werden im Wald ausgelegt oder abgeworfen,
die Impfbezirke sind durch Schilder für Spaziergänger
gekennzeichnet.
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feline
Toxoplasmose
...
Ein
Bericht des Institut für Vgl.
Tropenmedizin und Parasitologie der LMU München
...
Ein
herzliches Dankeschön an Herrn Dr. Wieland Beck, LMU München,
der uns dieses Informationsmaterial zur Verfügung gestellt
hat.
Die
Toxoplasmose ist eine Erkrankung, die durch einen einzelligen
Parasiten namens Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Dieser
Erreger ist sowohl beim Hund, als auch bei der Katze häufig
anzutreffen. Während der Hund nur einer von zahlreichen
Zwischenwirten ist, stellt die Katze unter den Haustieren den
einzigen Endwirt dar. Katzen infizieren sich in der Regel
durch Aufnahme von zystenhaltigem Fleisch. Als
Hauptansteckungs- quelle kommt hierbei rohes Schweine-, Schaf-
oder Ziegenfleisch in Betracht. Rindfleisch ist erfahrungsgemäß
frei von Toxoplasma- Zysten. Freilaufende Katzen können die
Infektion auch über Mäuse oder andere Schadnager erwerben.
Untersuchungen haben gezeigt, daß wildlebende Nager in
stadtnahen Wäldern und auf Gehöften nicht selten mit
Toxoplasmose gondii befallen sind. Im Dünndarm der Katze
werden die Parasiten frei und dringen in die Darmzellen ein.
Von hieraus durchläuft der Erreger mehrere
Entwicklungsstadien. Ab dem 3. Tag nach der Infektion bildet
Toxoplasma gondii Oozysten, die mit dem Kot ausgeschieden
werden. Nach etwa 2 bis 4 Tagen in der Außenwelt sind diese
herangereift und ab diesem Zeitpunkt erst kann sich der Mensch
infizieren. Dies ist z. B. der Fall, wenn die Katzentoilette längere
Zeit nicht ordentlich entleert oder gesäubert wurde. Die
Katze scheidet nach einer Infektion nur ungefähr eine Woche
lang Oozysten aus. Studien haben gezeigt, daß in zirka 1 %
von Katzenkotproben Toxoplasma-Oozysten zu finden waren,
obwohl bei über 50 % der Katzen eine Infektion mit diesem
Parasiten stattgefunden hat. Demnach kann das Risiko einer
Ansteckung des Menschen als relativ gering eingeschätzt
werden.
...
Toxoplasmose
und Schwangerschaft:
...
Sollte sich ein
Katzenbesitzer mit Toxoplasmose gondii anstecken, treten in
der Regel überhaupt keine Symptome auf. Die Infektion verläuft
beim Menschen meist harmlos und wird nicht bemerkt. Nur
ausnahmsweise kann auch eine grippeähnliche Symptomatik zum
Teil mit Fieberschüben auftreten. Man kann davon ausgehen, daß
über die Hälfte aller Bürger Europas bereits eine
Toxoplasma-Infektion durchgemacht haben, was anhand von Antikörpern
gegen den Erreger im Blut nachweisbar ist. Gesundheitliche
Gefahren gehen von einer Toxoplasmose jedoch dann aus, wenn
sich eine Frau während ihrer Schwangerschaft erstmalig
infiziert hat, da es in diesem Fall zu erheblichen
pathologischen Veränderungen des Ungeborenen kommen
kann.
...
Ansteckungsquellen
des Menschen:
...
Die meisten Menschen
infizieren sich mit Toxoplasmose-Erregern durch den Verzehr
von zystenhaltigem Fleisch; gemeint ist insbesondere rohes
bzw. nicht vollständig durchgegahrtes Schweine-, Schaf- oder
Ziegenfleisch. Tatar vom Ring enthält dagegen so gut wie
keine Toxoplasmen. Grundsätzlich hat unter den Haustieren nur
die Katze eine Bedeutung bei der Übertragung dieser
Parasitose. Hunde, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster usw, können
sich zwar mit Toxoplasma gondii infizieren, eine Ansteckung
durch Berührung mit ihnen ist aber nicht möglich. Bei
Kontakt mit Katzenkot dagegen, z. B. im Reinigen der
Katzentoilette, kann es unter Umständen zu einer
Schmierinfektion kommen. Da die Entwicklungsstadien auch in
der Außenwelt überlebensfähig sind, kann gelegentlich auch
eine Aufnahme von Oozysten bei der Gartenarbeit erfolgen. Im
Boden können sie länger als ein Jahr infektiös bleiben.
Bekanntermaßen vergraben Katzen ihren Kot in lockerer Erde
oder im Sand. Deshalb kann manchmal auch ungewaschenes Obst
und Gemüse aus dem Garten mit Toxoplasmen verunreinigt sein.
Somit ist eigentlich nicht primär der Umgang mit der Katze für
Schwangere als Hauptansteckungsquelle gefährlich, sondern der
Kontakt zu Katzenkot.
...
Schutzmaßnahmen
vor Toxoplasmose:
...
Grundsätzlich ist es nicht
zwingend, Ihre Katze abzuschaffen oder sich über einen längeren
Zeitraum von ihr fernzuhalten. Da die häufigsten
Infektionsquellen im Genuß von rohem oder unzureichend
erhitztem Fleisch besteht, sollte auf nicht genügend gegartes
Fleisch verzichtet werden. Die Zysten bleiben im Fleisch unter
Kühlschrankbedingungen (+5°C) drei Wochen lang lebensfähig.
Beim Kochen und Braten werden alle Zysten abgetötet. Bei
Gartenarbeiten oder beim Säubern der Katzentoilette können
Oozysten an den Händen hängenbleiben und aufgenommen werden.
Deshalb sollte die Reinigung der Katzentoilette täglich mit
heißem Wasser (wenigstens 70 C) erfolgen, damit
ausgeschiedene Parasitestadien gar nicht erst reifen und
infektiös werden können. Empfehlenswert dabei ist die
Benutzung von Haushaltshandschuhen und der Ausschluß
Schwangerer von dieser Arbeit. Auch nach Gartenarbeiten sollte
man sich stets gründlich die Hände waschen. Katzen dürfen
nicht mit rohme Fleisch oder Schlachtabfällen von Schwein,
Schaf oder Ziege gefüttert werden. Die ausschließliche Ernährung
mit Dosenfutter ist bezüglich einer Toxoplasma-Infektion
absolut ungefährlich. Die "Mäusefänger" unter den
Katzen besitzen immer eine relativ hohe Ansteckungsrate. Durch
die angesprochenen Vorsichtsmaßnahmen kann das
Infektionsrisiko zwar nicht ausgeschlossen, aber immerhin
drastisch reduziert werden. Übertriebene Ängstlichkeit ist
nicht angebracht.
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Andere
Erkrankungen
Hüftgelenksdysplasie
(HD)
...
Ein
Bericht von Dr. med. vet. Petra Sindern
http://www.tierarzt-neuwulmstorf.de.vu
...
Was
ist das?
Unter
Hüftgelenksdysplasie oder "HD" versteht man eine
Fehlbildung eines oder beider Hüftgelenke. Ein normales Hüftgelenk
ist zweiteilig und besteht aus einer sogenannten
"Pfanne" am Beckenknochen und dem Kopf des
Oberschenkels der von der Pfanne umschlossen wird. Für den
reibungslosen Lauf des Gelenkes sorgt die Gelenksflüssigkeit,
die sich in einer Schutzhülle um das gesamte Gelenk, der
"Gelenkkapsel", befindet. Bei einer
Fehlbildung, einer "Dysplasie", passen nun die
Pfanne und der Kopf nicht richtig zusammen. Oft ist die Pfanne
zu flach, so dass der Kopf aus der Pfanne herausrutschen und
an den Gelenk-Enden scheuern kann. Manchmal ist aber auch der
Kopf des Oberschenkels so missgebildet, dass er seinerseits in
der eigentlich normalen Pfanne scheuert. Der Körper reagiert
auf so einen "Scheuervorgang" an Knochen und
Gelenkknorpel immer gleich: zunächst wird zur Reparatur
weiterer Knorpel, später dann Knochen gebildet. Leider
behindert dieses Reparaturgewebe, das man auch nennt, das
Gelenk dann in seiner Funktion und damit in seinem normalen
Lauf.
...
Wie
stellt man "HD" fest?
Die
Krankheitsanzeichen variieren je nach Schwere der Missbildung.
Junge Hunde, deren Becken zu flache Hüftpfannen haben, fallen
auch dem ungeschulten Beobachter frühzeitig durch den
wackeligen, schaukelnden Gang der Hinterhand auf. Manchmal
kann man sogar sehen, wie der Oberschenkelkopf sich beim
Laufen aus der Pfanne ausrenkt. Alle nicht ganz so
gravierenden Missbildungen kann man nur durch eine Röntgenaufnahme
entlarven. Bei einer solchen Untersuchung wird das Tier in Rückenlage
verbracht und seine Beine werden nach hinten langgezogen und
nach innen gedreht. Da auch ein hüftgesunder Hund sich das
Langziehen nicht ohne Gegenwehr gefallen lässt, ist (fast)
immer eine Kurzzeitnarkose nötig. Bestimmte Rassehundverbände
(wie z.B. Labrador, Rottweiler, Boxer, Schäferhund oder
Dogge) schreiben eine Röntgenuntersuchung der Hüften
zwingend vor, wenn das Tier zur Zucht eingesetzt werden soll.
...
Bekommen
nur Rassehunde "HD"?
...
Leider
nicht! Zwar ist der Anteil der Rassehunde an den Hüftkranken
besonders hoch, aber auch Mischlingshunde, vor allem die großwüchsigen,
vererben die Krankheit weiter, denn sie ist versteckt im
Erbgut vieler Hunde verankert. Deshalb sollten auch Mischlinge
(weibliche wie männliche!) vor einem möglichen Zuchteinsatz
geröngt werden. Übrigens bekommen auch Katzen gelegentlich
Probleme mit HD, allerdings lange nicht so häufig wie Hunde.
Ein weiterer wichtiger Risikofaktor für HD ist, neben der
Vererblichkeit, jede Art von Übergewicht. Gerade junge Hunde
sollten IMMER möglichst schlank und leicht sein, so drückt
ihr Gewicht nicht auf die wachsenden Gelenke! Außerdem sollte
das Welpenfutter auf keinen Fall wahllos mit Vitaminpulvern
oder -tabletten oder gar mit "Futterkalk"
angereichert werden.
Warum?
Für eine gesunde Knochenetwicklung ist ein genau berechnetes
und einzuhaltendes Verhältnis von bestimmten Mineralien, in
erster Linie Kalzium und Fosfor, elementar wichtig. Dieses
wird durch eine gutgemeinte Leckerli - Vitamin -
Mineraltablette oder das "Super - Sonder - Wunder -
Spezial - Pulver" aus der Futtermittelhandlung aber verändert.
Ein schwerer Ernährungsfehler, der unter Umständen die
Gesundheit Ihres Hundes gefährdet! Falls Sie unsicher sind,
ob Ihr Hundefutter richtig zusammengesetzt ist - fragen Sie
doch mal diejenigen, die das Fach "Tierernährung"
studiert haben, Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt!
...
Ist
"HD" schmerzhaft ?
...
Wenn
Knochen auf Knochen scheuert, wird die empfindliche
Knochenhaut gereizt. Jeder, der mal einen Schlag vor‘s
Schienbein bekommen hat, weiß, wie weh so etwas tut. Hunde
mit HD erleiden diese Schmerzen als Dauerzustand. Da sie aber
"härter im Nehmen" sind als wir, merkt man nur an
sehr geringen Verhaltensänderungen, dass Ihr Tier Schmerzen
hat.
-
Steht
es langsamer auf als sonst?
-
Legt
oder setzt es sich während des Spaziergangs öfter
als früher hin?
-
Weicht
es Ihnen aus, wenn Sie es im Hüftbereich
streicheln oder bürsten wollen?
-
Knurrt
Ihr Hund Sie vermehrt ohne für Sie ersichtlichen
Grund an?
|
Dies
alles können Anzeichen für Schmerz sein, das Tier sollte
unbedingt untersucht werden.
...
Was
kann man tun, wenn ein Hund "HD" hat?
Einen
Hund mit HD darf man NICHT gleich einschläfern, denn es gibt
fast immer wirksame Möglichkeiten, ihm zu helfen. Wichtig für
die Wahl der richtigen Therapie ist der Zeitpunkt, zu dem die
Krankheit diagnostiziert wurde. Bei jungen Hunden (6-16 Monate
alt) mit nicht so schweren Fehlbildungen reicht oft eine
Bewegungstherapie, verbunden mit einer Fütterungsumstellung
und der Verabreichung bestimmter Muschelpräparate aus, um
schwerere Schäden zu vermeiden oder zu vermindern (siehe
hierzu auch bei Arthrosen). Im
Frühstadium der mittleren bis schweren HD gibt es, wenn noch
keine Arthrosen vorliegen, eine sehr wirksame
Operationsmethode. Hierbei wird ein Keil aus dem Oberschenkel
herausgesägt, so dass dann der Oberschenkelkopf wieder in die
Pfanne paßt. Diese "ITO" Operation (nicht
verwechseln mit einer künstlichen Hüfte!) führen in
Deutschland nur zwei Tierkliniken durch, die Kliniken der
Universitäten beherrschen diese schon vor über 10 Jahren in
USA erfundene Technik leider immer noch nicht. Bei
älteren Hunden, an deren Hüften sich schon Arthrosen
gebildet haben, ist zunächst die Schmerztherapie das
Wichtigste. Die zusätzliche Gabe von Muschelpräparaten wirkt
neben der Schmerzstillung auch gelenksstabilisierend. Bis
vor einigen Jahren hat man einigen Hunden mit schwerer HD
lediglich einen kleinen Muskel im Innenschenkel
durchgeschnitten, um eine Schmerzstillung zu erreichen. Diese
zwar billige, aber in fast allen Fällen nutzlose Operation
bringt, wenn überhaupt, nur Erfolg für einige Wochen bis
Monate und wird daher von verantwortungsbewussten Tierärzten
strikt abgelehnt. Mehr
Erfolg verspricht die selbe Operation in Kombination mit der
sogenannten "Denervation" (s.u.), die als neue
Technik (die so genannate "Pectineus - Neurektomie")
gerade Erprobung findet. Nach Durchtrennung des verkrampften
Muskels wird durch die Schmerzausschaltung (Nervenschnitt) ein
lebenswertes Altwerden ermöglicht. Langzeitstudien über
diese Methode liegen aber noch nicht vor. Ist
die Arthrose der Hüften so schlimm, dass auch starke
Schmerzmittel keine Wirkung mehr haben, braucht der
Hundepatient eine neue, künstliche, Hüfte, die Hüftgeleks -
Endoprothese. Sie besteht aus einer Pfanne aus Kunststoff, die
in das Becken eingesetzt wird, und einem neuen
Oberschenkelkopf nebst Hals aus Metall. Der alte, unbrauchbare
Kopf wird abgesägt, der Oberschenkel aufgebohrt und der
Metallschaft eingesetzt. Nach der Operation könnte der Hund
zwar sofort wieder ohne Schmerzen laufen, die neue Hüfte muss
aber erst in den Knochen einheilen. Deshalb ist ein
Klinikaufenthalt mit strikter Käfigruhe von mindestens einer
Woche unumgänglich. Eine Hüftimplantation ist mittlerweile
Standard in vielen Tierkliniken und wird auch in allen
Hochschulen mit sehr gutem Erfolg durchgeführt Seit
Kurzem gibt es zwei weitere, neue, Therapieansätze. Der eine
stammt aus der mehr ganzheitlichen, von der traditionellen
chinesischen Medizin beeinflussten Tiermedizin: An den tiefen
Akupunkturpunkten des betroffenen Gelenkes werden kleine
Goldstückchen eingesetzt, die dann im Röntgenbild wie ein
Sternenkranz aussehen. Einige Hunde laufen nach dieser
"Goldakupunktur" wieder absolut schmerzfrei. Die
zweite neue Methode heisst "Denervation". Hierbei
wird die arthrotische Hüftpfanne einfach mitsamt ihrer Kapsel
so weit ausgefräst, dass auch alle Nerven (die ja die
Schmerzempfindung ausmachen) mit zerstört werden. Auch aussen
am Gelenk werden alle Nerven gekappt. Das Tier hat nach der
Operation immer noch schwere Arthrosen, das Gelenk
funktioniert nach wie vor nicht richtig, aber es hat keine
Schmerzen mehr. Noch
ein Wort zum Schluss: Jeder Hund (männlich wie weiblich) von
zweifelhafter Hüftgesundheit sollte, wegen der Vererbbarkeit
der Krankheit, unbedingt an der Vermehrung gehindert werden.
Fazit:
-
Hüftgelenksdysplasie
wird vererbt
-
Sie
tritt hauptsächlich bei großwüchsigen
Hunderassen und deren Mischlingen auf
-
Die
wichtigste Vorbeugung ist eine genau berechnete
Ernährung, lassen Sie sich in Ihrer
Tierarztpraxis beraten
-
Je
früher sie erkannt wird, desto besser kann man
gegensteuern, deshalb sollten große Hunde im
Alter von einem Jahr geröngt werden.
-
Einen
Hund mit "HD" darf man nicht einschläfern,
denn es gibt wirksame Operations- und
Behandlungsmethoden
|
Ein
Erfahrungs-Bericht hierzu von Daniela L.:
Ginas
Krankheit HD
Danni bemerkte es schon als ich noch klein war ....irgendwie
"eierte" ich beim Laufen. Sie dachte, es sei
vielleicht darauf zurückzuführen, dass ich als Welpe keine
Bewegung hatte (davon habe ich ja schon unter "my story"
berichtet).
Auch wenn man mir die Pfoten an den Hinterbeinen nach einem
langen Spaziergang saubermachen wollte, jaulte ich auf, sobald
Danni mein Bein anhob. Ansonsten
hatte ich aber keinerlei Schmerzen.... bis vor etwa einem
Jahr. Nach dem Toben mit anderen Hunden oder nach besonders langen
Streifzügen durch Felder und Wälder lag ich plötzlich
danach nur noch herum - allerdings nicht nur durch die Müdigkeit,
wie es ja normalerweise ist, sondern auch durch meine
Schmerzen. Danni merkte es mir an, ich schaute dann immer ganz
traurig und wenn sie mich zu sich herrief, kam ich nicht oder
wenn, dann nur zögernd und sehr langsam.
Eines Tages humpelte ich dann fast ständig. Wir
waren dann beim Tierarzt. Der gab mir eine doofe
Schlafspritze, die mich einfach umgehauen hat ;o(( Naja,
jedenfalls hat er mich während meiner "geistigen
Umnachtung" offenbar geröngt. Die Diagnose hat Danni
erstmal sehr traurig gemacht: Schwerste HD beidseitig mit
Arthrosenbildung.
HD kommt heutzutage bei vielen grösseren Hunderassen vor, der
Schäferhund ist dafür aber "prädestiniert", weil
man ihn bewusst mit "tiefer" Hüfte gezüchtet hat
und so oftmals die Hüftgelenke nicht richtig in den Pfannen
sitzen. Ich
bekam Prednisolon H5-Tabletten, welche erstmal die akute Entzündung,
die ich noch zusätzlich in den Gelenken hatte, lindern
sollten.
Es wurde dann auch besser, aber an meinen Schmerzen nach
langer Bewegung änderte sich nichts.
Da las Danni im "Yorkies Forum" von einer
HD-Behandlung namens GOLDAKUPUNKTUR. Sie informierte sich darüber
und erfuhr, dass es eine sehr schonende Behandlung ist und bei
90-95% der Hunde wirkt. Es werden Goldstückchen auf die Akupunkturpunkte in der Hüfte
gesetzt, die ständig die schmerzhaften Stellen
"behandeln", zudem fördert das Gold durch eine
chemische Reaktion die Durchblutung des Gelenks und verhindert
somit Arthrosen.
Nachdem Danni das Ganze mehrmals mit meinem "Papa"
Stephan durchgesprochen hatte, entschloss sie sich, diese
Goldakupunktur(kurz auch GI) bei mir vornehmen zu lassen. Sie
schaute auf der Seite www.goldakupunktur.de nochmal genau
nach, wie das Ganze ablaufen solle und suchte dort auch den
passenden Arzt für mich heraus. Dies war Dr. Schulze aus
Kamen, der bisher weltweit die meisten Hüften behandelt hat.
Am 06.04.01 also nix wie hin....
die ganze Prozedur war richtiggehend ein Klacks. Ich bekam
etwas Schlafmittel, Dr. Schulze rasierte mir die GI-Stellen
und plazierte mit einer dicken Nadel das Gold in meiner Hüfte.
Bald schon wurde ich wieder wach und schon war die Sache
geschafft. Ich war Hüfte Nummer 1114!
Zum Behandlungserfolg:
Dr. Schulze sagte bereits, dass dies sehr unterschiedlich sei
- manche Hunde (egal, wie schwer die HD und wie gross die
Schmerzen vorher waren) rennen gleich danach drauf los wie
junge Kitze, wiederum andere brauchen bis zu 3 Monaten, bis es
anschlägt. Gute
2 Monate sind bei uns seither vergangen.
Naja,
und folgendes hat sich ereignet: Beim Spielen und Toben bin
ich deutlich ausgelassener und fröhlicher als früher. Ich
mache wilde Bocksprünge und lege eine wirklich wundervolle
Lebensfreude an den Tag. So war ich früher nie. Manchmal
benehme ich mich da wirklich noch wie ein Welpe, weil es doch
so schön ist, plötzlich rennen zu können ohne Schmerzen zu
haben :-))
Die Schattenseite des Ganzen ist aber, dass ich immernoch nach
dem Spielen und nach dem Rennen sehr grosse Schmerzen habe.
Ich liege dann wie früher immernoch auf meinem Sessel und
schaue ganz traurig und verzweifelt.
Danni gibt mir dann Tabletten, damit es mir zumindest ein
bisschen besser geht. Aber schlimm ist es trotzdem noch....
Den
Behandlungserfolg würden wir somit als
"durchwachsen" bezeichnen, dies aber trotzdem eher
im positiven als im negativen Sinne.
Danni sagt, sie würde es immer wieder machen lassen. Alleine
schon deshalb, weil ich dadurch wenigstens teilweise ein ganz
normaler junger Hund sein kann (denn ich bin ja schliesslich
erst 2 Jahre alt).
Der
Tierarzt hat Danni prophezeit, dass ich nicht sehr alt werden
würde. Das will sie aber gaaarnicht hören und ich sowieso
nicht. Momentan geht es mir jedenfalls noch gut - trotz der
Schmerzen, die ich halt ab und an habe. Und wir glauben ganz
fest daran, dass das noch ein ganzes Weilchen so bleibt! Denn zusammen sind wir stark!
Zum
Erfahrungsaustausch bezüglich meiner Krankheit könnt ich
euch gerne jederzeit bei Frauchen melden!
...
_____________________________________________________________________________
...
Magendrehung
(= Torsi ventriculi)
Recherchiert
und zusammengetragen von M.Noack
...
(vereinfachte Darstellung der Problematik und möglicher
Ursachen mit Tipps zur Vorbeugung und notwendigen Handlungen)
Vorab.
: Die Magendrehung beim Hund verläuft, ohne tierärztliche
Behandlung, innerhalb weniger Stunden absolut tödlich. Daher
muss bei dem geringsten Verdacht umgehend geeignete
medizinische Hilfe herangezogen werden.
...
Magendrehung,
was ist das?
Bei
einer Magendrehung dreht sich der Magen des Hundes, in den
meisten Fällen, im Uhrzeigersinn um die Speiseröhre. Durch
den Verschluss des Magens (ganz oder teilweise) wird diese
abgeklemmt und sein Inhalt kann weder durch erbrechen noch
durch Weitertransport in Richtung Darm entweichen.
Welche
Hunde sind betroffen?
Da
die inneren Organe bei allen Hunden den gleichen Aufbau haben,
erst einmal generell jeder, ob klein oder groß, ob Rassehund
oder Mischling. Die
Wahrscheinlichkeit davon betroffen zu werden wächst jedoch
explizit mit der Größe des Hundes und der Tiefe seines
Brustkorbes. Wahrend bei kleinen Hunden die Problematik verhältnismäßig
wenig auftritt ist sie bei größeren Hunden ein nicht zu
unterschätzendes Thema. Bei den sog. Riesenrassen ist sie ein
Lebensbegleitendes „Damokles Schwert“.
In der Häufigkeit den ersten Platz nimmt hierbei die Deutsche
Dogge ein.
Nach einer Studie erkrankt in seinem Leben jeder Zweite Hund
daran und jedes Vierte der betroffenen Tiere überlebt dieses
nicht.
Die absolute Wahrheit wird wahrscheinlich noch erschreckender
Ausfallen, da hierbei nicht die Dunkelziffer der nicht
gemeldeten Hunde erfasst werden konnte.
Auch das Alter des Hundes spielt eine Rolle. Während bei großen
Hunden bis 45 KG Gewicht ein erhöhtes Auftreten ab dem 5.
Lebensjahr zu verzeichnen ist fällt diese Altersgrenze bei
Hunden über 45 KG auf 3 Jahre.
...
Was
sind die häufigsten Anzeichen/Symptome für eine
Magendrehung?
-der
Magen bläht sich plötzlich auf
- große Unruhe durch starkes Schmerzempfinden
-erhöhter Speichelfluss
-starker Würgereiz
-erfolgloses Erbrechen
-ständige Zunahme des Bauchumfangs
-ein klopfen auf die Bauchwand erzeugt trommelartige Geräusche
-auftretende Atemnot
-
Im
weiteren Verlauf kommt es zum Kreislaufversagen, der Hund
wirkt sehr aphatisch und bewegt sich nicht mehr.
...
Was
ist zu tun?
EINIGE
WENIGE MINUTEN KÖNNEN ENTSCHEIDEND FÜR DAS ÜBERLEBEN DES
HUNDES SEIN, DAHER GIBT ES NUR EINE OPTION. Beim
kleinsten Anzeichen muss der Hund schnellstens zu einer tierärztlichen
Praxis oder in eine Tierklinik gebracht werden.
Auch wenn der Mensch sich nicht ganz sicher ist. Kein
verantwortungsvoller Tierarzt wird böse sein, wenn sich der
Anfangsverdacht nicht als Magendrehung herausstellt.
Auch eine Tages oder Uhrzeit darf hierbei keine Rolle spielen!
...
Was
wird beim Tierarzt getan?
Ohne
bei diesem Punkt in die medizinische Tiefe zu gehen, da dies
dann in der Verantwortung des behandelnden Arztes liegt, eine
stark vereinfachte Erläuterung.
In den meisten Fällen ist ein operativer Eingriff unumgänglich.
Als
aller Erste muss der Hund stabilisiert werden. Das bedeutet,
der innere Druck welcher den Magen aufbläht muss entfernt
werden.
Parallel wird durch schnell laufende Infusionen eine
Schocktherapie eingeleitet.
Danach kann der stabilisierte Hund operiert werden.
Hierbei wird der Magen geleert und, in den meisten Fällen, in
seine ursprüngliche Lage zurückgeführt.
...
Was
kann ich zur Verbeugung tun?
Es
gibt einige Verhaltensregeln an die man sich halten sollte um
das Risiko einer Magendrehung zu minimieren. Völlig ausschließen
kann man die Gefahr jedoch nicht, da es bei den Ursachen noch
einige nicht vollständig erklärbaren Grauzonen gibt.
Von
Vorteil ist jedoch
-
die Futterration des Tages auf mehrere Portionen aufteilen
-
nach dem Füttern Ruhezeiten einhalten, keine Anstrengungen,
kein toben, kein Treppensteigen,
keine Aufregung
-
Fütterung aus einem erhöht positionierten Futternapf zur
Vermeidung des Luftschluckens
Wahl der Art des Futters
...
Art
des Futters
Nach
den Erkenntnissen einer Langzeitstudie in den USA wurde neben
anderen Faktoren bei der Fütterung auch folgendes
festgestellt. Das
höchste Risiko an einer Magendrehung zu erkranken haben Hunde
die ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert werden.
Dieses ist zudem um ein dreifaches höher, wenn nur eine
Futtersorte verwendet wird. Bei
der Zugabe von Dosenfutter verringert sich das Risiko um 28%,
bei der Zugabe von Tischresten verringert sich das Risiko um
59%
Eklampsie
(Puerperale Tetanie) bei
kleinwüchsigen Hunderassen
Ein Bericht von
Wieland Beck,
Institut für Vgl. Tropenmedizin und
Parasitologie der LMU München
...
Bei
der Eklampsie handelt es sich um eine peri- oder postpartale
bzw. mit der Laktation in Verbindung stehende Reduzierung des
Blutcalciumspiegels. Davon sind in erster Linie Hündinnen
kleinwüchsiger Rassen mit großen Würfen betroffen, bei
denen ein erhöhter Muskeltonus sowie tonisch-klonische Krämpfe
in Erscheinung treten können. Diese akute regulatorische
Stoffwechselstörung manifestiert sich in der Regel 2 bis 3
Wochen nach der Geburt.
...
Das
Krankheitsbild
Die
aus der Humanmedizin aufgrund anfänglich vermuteter Ähnlichkeiten
mit der echten Eklampsie der schwangeren Frau abgeleitete
Bezeichnung trifft jedoch für das Krankheitsbild bei der Hündin
nicht zu (WOLLRAB, 1993). Beim Hund werden vorwiegend tetanieähnliche
Symptome ohne nennenswerte Bewußtseinstrübung beobachtet.
Die Tiere zeigen eine Hypokalzämie mit
Ca-Plasmakonzentrationen <1,7 mmol/l. In ihrer Studie mit
31 an Eklampsie erkrankten Hündinnen zeigten DROBATZ und
CASEY (2000), daß hauptsächlich kleinwüchsige Rassen
(Pudel, Pekinesen, Terrier, Teckel, etc.) betroffen sind.
Sowohl bei reinrassigen Tieren als auch bei Mischlingen wird
die puerperale Tetanie beobachtet. Dabei scheinen Hündinnen
mit ausgeprägter Laktationsleistung, vielen kräftig säugenden,
sich rasch entwickelnden Welpen besonders prädisponiert zu
sein. Nach den Angaben in der Literatur entwickelt sich eine
Eklampsie 2 bis 5 Wochen nach der Geburt, selten früher und
nur ausnahmsweise um den Wurfzeitpunkt herum (BERCHTOLD,
1993). Im Patientengut von DROBATZ und CASEY (2000)
manifestierte sich diese Stoffwechselstörung durchschnittlich
14 Tage nach dem Werfen (0 bis 42 Tage), bei einem Tier 7 Tage
vor der Geburt. Entstehungsmechanismen und Pathogenese der
Eklampsie sind noch nicht hinreichend geklärt. Wie WOLLRAB
(1993) hervorhebt, kommt es bei der durch die vegetative
Umstellung von der Trächtigkeit auf die Laktation
adaptationslabilen Hündin zu einem plötzlichen funktionellen
Versagen der neuroendokrinen Regulationsmechanismen.
Demzufolge können der hohe Calciumverlust im letzten Trächtigkeitsdrittel
und die forcierte Calciumabgabe mit der Kolostralmilch vorübergehend
nicht mehr kompensiert werden. In der Folge des reduzierten
Serumcalciumspiegels treten eklamptoide Anfälle auf. Das
klinische Bild der puerperalen Tetanie ist zunächst durch
Nervosität, Ängstlichkeit, verstörten Gesichtsausdruck,
gelegentlich Hecheln, frequente Atmung und Muskelzittern
charakterisiert. Wenig später stellt sich ein unsicherer Gang
ein und die Extremitäten werden steif. Nach dem Einsetzen
tonisch-klonischer Krämpfe, vermögen die Tiere nicht mehr
alleine zu stehen. Sie fallen um und können sich nicht mehr
erheben. Nacken und Gliedmaßen sind maximal gestreckt. Nicht
selten werden auch Krämpfe der Kaumuskulatur, vermehrtes
Speicheln sowie eine erhöhte Körpertemperatur (>41°C)
beobachtet. Die Hypokalzämie kann neben den neuromuskulären
Störungen u.U. auch kardiovaskuläre Begleiterscheinungen
auslösen. Im EKG kann das Q-T Intervall verlängert sein. Während
eines Anfalls tritt Hecheln und erhöhter Herschlag auf.
Zwischen den Krampfanfällen beruhigen sich die Tiere
scheinbar, wobei aber die Muskulatur spastisch kontrahiert
bleibt. In verschieden langen Intervallen wiederholen sich die
tonisch-klonischen Krämpfe oft stundenlang und führen zur
raschen Erschöpfung. Das Bewußtsein bleibt weitgehend
erhalten. Zur Wiederherstellung des physiologischen
Calciumhaushaltes sind Calciuminfusionen erforderlich. Da es
hierbei u.U. zu einem akuten Herz-Kreislaufversagen kommen
kann ist dazu unbedingt ein Tierarzt zu konsultieren, der die
notwendigen Behandlungsmaßnahmen unter EKG-Kontrolle
einleitet. Auch ist zunächst das Absetzen der Welpen für
mindestens 24 Stunden zu empfehlen. Dies muß jedoch
individuell durch den Veterinär festgelegt werden. Manchmal
kann sich die Erkrankung in nachfolgenden Laktationsperioden
wiederholen. Die Tetanieanfälligkeit nimmt jedoch
erfahrungsgemäß mit zunehmendem Alter bis etwa zum 6.
Lebensjahr ab. Das Krankheitsbild ist bei Einfrüchtigkeit
unbekannt und bei über 6jährigen Hündinnen extrem selten.
Eklampsien bereits vor der Geburt sind ungünstiger einzuschätzen,
da eine erhöhte Kollapsgefahr besteht. Entscheidend ist in
derartigen Fällen, die Geburt zügig, ggf. durch
Schnittentbindung, zu beenden (WHEELER, MAGNE und KAUFMANN,
1984; WOLLRAB, 1993). Eklampsien nach der Geburt sind bei frühzeitiger
und gezielter Therapie prognostisch günstig zu beurteilen.
Eine sichere Prophylaxe der puerperalen Hypokalzämie ist
nicht bekannt. Zur Vorbeugung können Calciumsalze und Vitamin
D3 beitragen, die ab der frühen Trächtigkeitsphase bis zum
Absetzen der Welpen kontinuierlich zugefüttert werden müssen.
...
Literatur
ARNOLD,
S. (1994): Puerperale Tetanie. In: SUTER, P.F. (Hrsg.):
Praktikum der Hundeklinik. 8. Aufl., Blackwell, Berlin, 651.
BERCHTOLD, M. (1993): Puerperale Tetanie. In: FREUDIGER, U.,
E.-G. GRÜNBAUM, und E. SCHIMKE (Hrsg.): Klinik der
Hundekrankheiten. 2. Aufl., Fischer, Stuttgart, 659.
DROBATZ, K.J., und K.K. CASEY (2000): Eclampsia in dogs: 31
cases (1995-1998). J. of the Am. Vet. Med. Association
217: 216-219.
WHEELER, S.L., M.L. MAGNE, und J. KAUFMANN (1984): Postpartum
disorders in the bitch. Compend. Contin.
Educ. Pract. Vet. 6: 493-504.
WOLLRAB, J. (1993): Eklampsie (puerperale Tetanie). In: BUSCH,
W., und J. SCHULZ (Hrsg.): Geburtshilfe bei Haustieren.
Fischer, Jena, Stuttgart, 617-620.
Krankheitsprophylaxe
Impfungen
Entwurmungen
Floh-
/ Zeckenbehandlungen (folgt)
Leishmaniose-Verlaufskontrolle
(folgt)
...
...
Impfungen
Immer
wieder kommt die Frage: „Ja muss das denn sein…?“
Ganz
klare Antwort: „Nein! Muss es nicht! Sie können auch
„russisches Roulette“ spielen, und abwarten welche der
schweren Infektionskrankheiten ihrem Hund heimsucht, wenn er
das unwahrscheinliche Glück hat, diese zu überleben, ist der
erst einmal eine Weile ausreichend mit Antikörpern gegen
diese Krankheit versorgt.“
Worauf
ich hinaus will ist klar: Vorsorge ist schon immer die beste
Medizin gewesen. Die Impfmüdigkeit in Deutschland, die nicht
nur in der Humanmedizin, sondern auch in der Tiermedizin
gerade auf dem Vormarsch ist, resultiert aus einer klaren
Verkennung der Gefahren der viralen Infektionskrankheiten.
Warum?
Weil – durch jahrelanges regelmäßiges Impfen – die früher
häufigen Krankheiten wie Staupe oder Parvo nicht mehr so oft
vorkommen – und die Gefahr, die man nicht selbst
kennengelernt hat, die wird leicht unterschätzt. Es
ist bei weitem nicht so, dass diverse Krankheiten ausgerottet
sind – weder im Ausland noch in Deutschland – es gibt
etliche Neuinfektionen, auch in Deutschland. Und sie sind
wieder auf dem Vormarsch – wegen der Nachlässigkeit der
Tierbesitzer was Impfungen angeht.
...

Keine
Chance – Ihr Todesurteil hieß „Staupe“ – an flächendeckende
Impfungen ist in der Türkei, wie in
vielen anderen Ländern
auch, nicht zu denken. Die Welpensterblichkeit beträgt daher
mehr als 50%.
...
Was
ist also eine Impfung?
Ganz
kurz erklärt: das Tier bekommt entweder fertige Antikörper
(passive Immunisierung) oder abgetötete Erreger, die die körpereigene
Antikörper-Produktion anregen (aktive Immunisierung)
injiziert. Befällt den Hund dann ein Virus, kann das
Immunsystem blitzschnell reagieren, da die nötigen Antikörper
bereits im Organismus vorhanden sind.
...
Wie
sicher ist der Impfschutz?
Das
kommt auf die Erreger an, z.B. eine Tollwut-Impfung ist zu
99,9% sicher, da die Errger sich nicht verändern, eine
Impfung gegen Influenza-Viren schützt beispielsweise nicht
immer so gut, da die Viren einer raschen Veränderung
unterliegen. Was klar ist: EIN Impfschutz schütz mehr als
KEIN Impfuschutz!
...
Gegen
was muss mein Hund geimpft werden?
In
der „Miximpfung“ wird gegen die Krankheiten Staupe, canine
Parvovirose, Hepatitis canis, Leptospirose und Parainfluenza
(Erreger des Zwingerhustens) geimpft. Dazu
kommt die Tollwutimpfung, die - als einzige Impfung –
bei jedem Grenzübertritt vorgewiesen werden muss. Sie darf
nicht älter als 1 Jahr und mindestens 4 Wochen alt sein. (Bei
der Einreise nach GB oder der Wiedereinreise nach Deutschland
aus einem nicht-EU-Staat gelten abweichende Reglungen). Eine gültige
Tollwutimpfung muss auch nachgewiesen werden, wenn der Hund
Kontakt mit einem Tollwut-infizierten Wildtier hatte –
ansonsten wird er vom amtsveterinär eingezogen und wegen
Seuchengefahr getötet. Sie haben hiergegen KEINE rechtliche
Handhabe – der einzige Schutz ist eine gültige Impfung!
Der
Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass je nach
Herstellerangaben eine Tollwutimpfung länger als ein Jahr Gültigkeit
hat – dies wird auch offiziell anerkannt, jedoch sind die
Angaben schwankend, so dass man nur mit einer jährlichen
Impfung auf der sicheren Seite steht.
Eine
zusätzliche Impfprophylaxe gibt es zwischenzeitlich gegen
Borreliose – Hunde, die in betroffenen Gebieten leben ist
dies zu empfehlen.
...
Wie
oft muss der Hund geimpft werden?
Am
Anfang der Impfung steht eine Grundimmunisierung, die aus 2,
im Abstand von 4-6 Wochen erfolgenden Miximpfungen besteht,
mit der Borrelioseimpfung verhält es sich genauso. Das
Mindestalter beträgt ca. 8 Wochen.
Die
Tollwutimpfung wird nur einmalig geimpft, Mindestalter ca. 12
Wochen.
Alle
Impfungen werden anschließend einmal jährlich aufgefrischt,
also nachgeimpft.
Hat
man Welpen im Alter von ca. 4-6 Wochen, so gibt es die zusätzliche
Möglichkeit einer „Puppy-Impfung“ das ist ein passiver
Impfschutz gegen Parvovirose, um die „immunologische Lücke“
(die Zeitspanne zwischen dem Abbau der mütterlichen Antikörper
und dem Aufbau der eigenen) abzudecken. Auf die spätere
Grundimmunisierung hat diese Impfung keinerlei Einfluss –
ein Hund der nie eine Puppy-Impfung hatte als Welpe, aber eine
Grundimmunisierung hat den kompletten Impfschutz.
...
Was
bedeuten die Abkürzungen im Impfpaß?
...
| S
oder D oder M =
|
Staupe (=
Distemper, bzw. spanisch: Molliquo)
|
| P
oder CPV =
|
Parvovirose (= caniner Parvo-virus)
|
| H
=
|
Hepatitis
|
| Pi
=
|
Parainfluenza
|
| A
oder A2 =
|
Parainfluenza-2
|
| L
=
|
Leptospirose
|
| T
oder R = |
Tollwut (= Rabies) |
......
Der
blaue Heimtierausweis ist das einzig gültige Impfdokument
innerhalb der EU seit Oktober 2004, und wird für jeden Grenzübertritt
benötigt. Er wird immer im Herkunftsland des Tieres
ausgestellt und besitzt auch bei Umzug ein Leben lang Gültigkeit.
..
..
Entwurmung
Regelmäßige
Behandlungen gegen Darmparasiten (Würmer) gehören zu jeder
verantwortungsbewussten Hundehaltung. Viele Tierbesitzer sind
der Meinung, dass eine Wurmkur vor Wurmbefall schützt –
dies ist jedoch nicht so, es werden lediglich die vorhandenen
Parasiten abgetötet, und abschließend ausgeschieden – es
besteht jedoch kein Schutz vor einer Neuinfektion – diese
kann jederzeit erfolgen, auch wenn die Entwurmung erst kurz
zurückliegt. Daher ist es wichtig, regelmäßig, und mit
Bedacht auf den Aufenthaltsort des Hundes zu Entwurmen – bei
hohem Infektionsdruck (z.B. Tierheim, Tierpension) ist dies häufiger
notwendig, als im privaten Umfeld. Grundsätzlich
gilt jedoch: praktisch überall besteht ein Infektionsrisiko
– die meisten Würmer gelangen durch Aufnahme der Eier oder
Larven in den Hund (Kot, Mäuse, Aas, „Dreck“), manche
Arten werden über andere Parasiten, z.B. Flöhe übertragen.
Würmer werden auch auf dem Menschen übertragen – auch wenn
dieser ein Fehlwirt ist, sprich vom Wurm ist er nicht als
eigentliches „Ziel“ vorgesehen, lösen Würmer schwere
Erkrankungen der inneren Organe aus. Egal
ob Hund oder Mensch (Katzen, Pferd,…) bei lang bestehender
Verwurmung entstehen irreperable gesundheitliche Schäden!
.
Gegen
welche „Würmer wird behandelt?
Die
am häufigsten vorkommenden Parasiten sind Band-, Spul-,
Haken- und Peitschenwürmer. Alle werden über die Nahrung
aufgenommen, und sind kaum zu verhindern. Der
Gurkenkernbandwurm wird über Flöhe aufgenommen – Hunde mit
massivem Flohbefall müssen daher stets neben einer
Flohbehandlung auch einer Wurmkur unterzogen werden.
Herz-
und Fadenwürmer werden über Moskitos übertragen, häufig in
Südeuropa.
..
Wie
oft muss entwurmt werden?
Die
meisten Wurmmittel wirken nur auf die adulten Stadien, Larven
werden nicht getötet – insofern ist bei starker Vermutung
eine Wiederholung in kürzeren Abständen nötig.
I.d.R.
ist für einen normal gehaltenen Hund 3-4 mal jährlich eine
Entwurmung angeraten.
.
Welche
Wurmmittel gibt es?
Wurmmittel
basieren auf verschiedenen Wirkstoffen, ein bekannter davon
ist Fenbendazol. Er wirkt gegen Spul- Peitschen- und Hakenwürmer,
eingeschränkt auch gegen bestimmte Bandwurmarten. Eine
Besonderheit ist, dass Fenbendazol auch gegen Giardien wirkt.
Fenbendazol-Präperate werden i.d.R. an drei hintereinander
folgenden Tagen verabreicht. Pyrantel ist weiterer bekannter
Wirkstoff, er ist jedoch nicht gegen Bandwürmer. Praziquantel
ist ein gegen Wirkstoff, der gegen alle Wurmartel, auch Bandwürmer
hilft. Die meisten
Wurmmittel kombinieren verschiedene Wirkstoffe, um so eine
besser Abdeckung zu erreichen - es gibt daher sehr viele
verschiedene Medikamente auf dem Markt, im Einzelfall sollte
man sich von seinem Tierarzt beraten lassen. Es
empfiehlt sich auch, nicht immer die gleichen Präparate zu
verwenden!